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Essay Schreiben Uni Geschichte Ohne

Einen Essay für die Uni anfertigen

4 Methoden:Lege mit der Arbeit losFormuliere deine TheseSchreibe die EinleitungDie nächsten Schritte

Aller Anfang ist schwer. Das gilt vor allem auch, wenn du einen Essay für die Uni oder Fachhochschule schreiben möchtest. Manchmal fühlst du dich vielleicht einfach nicht inspiriert oder organisiert genug, um deine Gedanken gut zu artikulieren. Aber keine Sorge – mit ein wenig Planung, Recherche und harter Arbeit wird es dir viel leichter fallen, mit der Arbeit an einem Essay anzufangen. Jeder Essay beginnt mit einer Einleitung, in welcher du deine wichtigsten Argumente nennst. Dabei solltest du das Interesse deiner Leser wecken und deine Hauptthese beschreiben. Die Hauptthese erklärt den eigentlichen Streitpunkt deines Aufsatzes. Wenn du lernen möchtest, wie du am besten mit der Arbeit an einem Essay beginnst, folge einfach den angegebenen Schritten.

Vorgehensweise

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Lege mit der Arbeit los

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    Habe eine genaue Vorstellung von der Aufgabe. Auch wenn du dich am liebsten sofort in die Arbeit an deinem Uni Essay stürzen möchtest, solltest du vorher genau wissen, was eigentlich von dir verlangt wird, bevor du ein neues Word Dokument anlegst. Lese dir die Aufgabenstellung sorgfältig durch. Dadurch erfährst du, welche Art von Essay dein Dozent von dir haben möchte und wie viele Worte er beispielsweise umfassen soll. Auch weißt du dann, wie umfangreich die Recherche an dem Essay sein soll. Hier sind einige Dinge aufgelistet, über die du dir im Klaren sein solltest, bevor du anfängst:
    • Anzahl der Wörter. Wenn dein Essay nur 500 Wörter lang sein soll, wird er sehr verschieden von einem Aufsatz mit 2.000 Worten sein. Achte auf die Vorgaben zur Anzahl der Wörter und halte diese ein. Abweichungen von 10% sind dabei zulässig. Dein Dozent soll ja nicht deiner überdrüssig werden, nur weil dein Essay viel kürzer oder länger als vorgegeben ist.
    • Umfang der erforderlichen Recherche. In einigen Kursen musst du vielleicht Essays schreiben, die viel eigene Recherche außerhalb des Kurses verlangen. Bei anderen sollst du vielleicht überwiegend das Kursmaterial, wie Romane, oder die Kursbücher benutzen und dann deine eigenen Schlussfolgerungen daraus ziehen. Trotzdem gilt, dass jeder gute Essay vor allem von solider Recherche bestimmt wird.
    • Wenn du irgendwelche Fragen hast, solltest du rechtzeitig vor dem Abgabedatum mit deinem Dozenten oder Lehrer sprechen. So kannst du alle Dinge klären, bevor du mit der Arbeit beginnst.
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    Mache dich mit den verschiedenen Formen und Arten von Essays vertraut. Es gibt viele Arten von Essays, welche du im Rahmen eines Kurses schreiben kannst. Damit du weißt, was von dir erwartet wird, ist es gut die Vielfalt an Aufsätzen zu kennen. Hier sind die wichtigsten Arten von Essays, mit denen du vertraut sein solltest:
    • Der überzeugende / argumentative Essay. In dieser Form von Essay sollst du den Leser von deiner Perspektive auf ein Thema oder einen Gegenstand überzeugen. Ein argumentativer Essay wäre beispielsweise einer, welcher den Lesern alle Gründe auflistet, warum Waffen verboten sein sollten.
    • Der analytische Essay. Diese Art von Essay ist am häufigsten in Literaturkursen gefragt. Meist liest man ein bestimmtes Werk und analysiert in dem Essay dann dessen Worte, Motive, Charaktere und die Bedeutung. Sowohl deine eigenen Ideen als auch die von anderen wissenschaftlichen Quellen sind hier gefragt.
    • Der erklärende Essay. Diese Art von Essay basiert auf einem Prozess oder einer Situation und erläutert wichtige Aspekte zu diesem Thema. Ein Beispiel wäre eine Beschreibung des Alltags von Studenten.
    • Der Forschungsaufsatz. Bei dieser Art von Essay wirst du ein Thema bzw. einen Gegenstand genauer erforschen und deine Leser über dessen Geschichte, Anwendung und Relevanz informieren.
    • Der vergleichende und kontrastierende Essay. Hier wirst du zwei Themen bzw. Gegenstände miteinander vergleichen und gegenüberstellen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen. Ein Beispiel dafür wäre ein Essay, der das Leben in Berlin mit dem in Moskau vergleicht.
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    Überlege dir, welches deine Zielgruppe ist. Schreibst du den Essay für deinen Dozenten, deine Kommilitonen, für Fachleute auf diesem Gebiet oder für Menschen, die noch nie etwas mit diesem Thema zu tun hatten? Wenn sich dein Aufsatz an ein Fachpublikum richtet, musst du die grundlegende Terminologie nicht erläutern und kannst die entsprechenden Fachausdrücke verwenden. Doch wenn du den Essay für Menschen schreibst, die nicht viel über ein Thema wissen (Beispiel: Filmanalyse zu einem Film, den sie nicht gesehen haben), musst du weitaus mehr grundlegendere Informationen bereitstellen.
    • Wenn du eine Forschungsarbeit über ein Thema schreibst, dass den Lesern vielleicht vollkommen unbekannt ist, musst du die vorgefundenen Forschungsergebnisse detailliert erklären.
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    Definiere dein Ziel. Warum schreibst du diesen Aufsatz? Möchtest du über etwas informieren, soll er unterhalten, überzeugen, etwas definieren, vergleichen und gegenüberstellen, analysieren, zusammenfassen oder eine Geschichte erzählen? Wenn du von Anfang an dein Ziel kennst, wird es später einfacher sein, deine Argumente zu formulieren und damit die richtigen Leute zu erreichen. Beispiel: Wenn du deine Mitmenschen von etwas überzeugen möchtest, musst du eine logische Argumentationskette entwickeln, welche die notwendigen Argumente enthält, um deine Leser von deiner Meinung zu überzeugen.
    • Wenn du beispielsweise ein Gedicht oder Theaterstück analysieren möchtest, solltest du überzeugende Textstellen in deinen Aufsatz einarbeiten, die deine Gedanken unterstützen.
    • Wenn du etwas vergleichen und gegenüberstellen möchtest, musst du dir über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Gegenstände im Klaren sein.
    • Wenn du mit deinem Aufsatz über etwas informieren möchtest, musst du dieses Thema genau erforschen und deinen Lesern dabei helfen, es besser zu verstehen.
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    Finde den richtigen Stil. Die Wahl des Sprachstils ist ein weiterer wichtiger Aspekt, wenn du einen guten Uni-Essay schreiben möchtest. Für die meisten Aufsätze solltest du eine professionelle Sprache wählen, die objektiv und informativ ist. Wenn du einen zu voreingenommenen Stil anwendest, um deine Forschungsergebnisse überzeugend darzustellen, wirst du nicht autoritär genug klingen. Wenn du Umgangssprache verwendest, wirst du leicht unprofessionell erscheinen. Falls du jedoch einen etwas persönlicheren Essay schreiben möchtest (Beispielsweise, wenn du deine Erinnerungen an etwas aufschreibst), wirst du einem eher informellen Stil anwenden.
    • Dein Sprachstil spiegelt deine Haltung gegenüber einem Thema wider. Ist dein Stil eher distanziert, amüsiert, leicht zynisch, misstrauisch oder eher leidenschaftlich? Ganz gleich, welchen Stil du wählst – er sollte immer dem Gegenstand bzw. dem Thema angemessen sein.
    • Wenn du beispielsweise einen Aufsatz über Stammzellenforschung schreibst, sollte dein Stil objektiv und distanziert sein. Wenn du einen Essay über Internet-Dating verfasst, kannst du eher einen lustigeren oder spielerischen Stil verwenden.

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Formuliere deine These

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    Recherchiere gründlich. Obwohl es manchmal Spaß machen kann, sofort mit dem Schreiben zu beginnen ohne genau zu wissen, worauf der Essay hinausläuft, ist es doch am besten, wenn du zuerst ausgiebig recherchierst. Nur so kannst du eine solide Grundlage für deine Argumente schaffen. Besorge die dir Texte, die du brauchst und mache dir Notizen. Lies dir diese so lange durch, bis du das Gefühl hast, genügend Informationen zu dem Thema zu haben und einen Essay darüber schreiben bzw. deinen Standpunkt formulieren kannst.
    • Achte darauf, nur glaubwürdige Quellen zu zitieren. Diese sollten von anerkannten Fachleuten stammen und nicht von einer kurzen Recherche bei Wikipedia.
    • Mache dir so viele Notizen, bis du dich gut mit dem Thema auskennst.
    • Informiere dich über die Formatierungsregeln für Quellenzitate, so dass du diese in deinem Essay anwenden kannst.
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    Sei dir bewusst, worauf es bei einer gute These ankommt. Wenn du mit deiner Recherche fertig bist, musst du eine These formulieren. Darin wird das Hauptargument oder die Meinung ausgedrückt, die du in deinem Essay vertreten möchtest. Obwohl du zunächst einige grundlegende Ideen skizieren kannst, solltest du nicht mit dem Essay beginnen, bevor du nicht eine Vorstellung von deiner These hast. Ein Beispiel für eine solche These wäre: „New York ist als Stadt lebenswerter als San Francisco, da es vielfältiger ist, mehr Möglichkeiten bietet und schöneres Wetter herrscht.“ Hier sind die Merkmale einer gut formulierten These:
    • Klarheit
    • Präzision
    • Streitbarkeit
    • Belegbarkeit
    • Genauigkeit
    • Verwendung der 3. Person
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    Schreibe deine These. Formuliere die These so, dass dein Standpunkt klar und präzise ausgedrückt wird. Dabei ist wichtig, dass die These auch zu belegen ist. Du könntest beispielsweise keine These über die Existenz von Einhörnern schreiben, da du dies nicht beweisen kannst. Du kannst ebenfalls keine These über die gesundheitsschädlichen Folgen des Rauchens schreiben, da dies unbestritten ist. Suche dir stattdessen einen interessanten und relevanten Diskussionspunkt aus deinem Themenbereich, sowie zwei bis drei spezifische Argumente, die deinen Standpunkt untermauern, aus. Hier sind einige Beispiele für verschiedene Arten von Thesen:
    • Eine These für einen analytischen Essay: „Die drei Hauptmotive in „The Great Gatsby“ sind Einsamkeit, die Korruption des Reichtums und der Verlust der großen Liebe.“
    • Eine These für einen argumentativen Essay: „Der Abiturdurchschnitt sollte nicht über die Zulassung an eine Universität entscheiden, da er die Intelligenz nicht akkurat misst und darüber hinaus sozioökonomisch behaftet ist.“
    • Eine These für einen erläuternden Essay: „Die meisten Schülerinnen und Schüler verbringen ihre Zeit damit, Hausaufgaben, Freunde und außerschulische Aktivitäten miteinander in Einklang zu bringen.“
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    Erstelle eine Gliederung. Sobald du eine These hast, solltest du an der Gliederung arbeiten, die als Orientierung für den Rest des Aufsatzes dient. Somit weißt du, was in welchen Absatz gehört. Das hilft auch, deine Gedanken so zu ordnen, dass die Argumentation logischer wird und du vermeidest, beim Schreiben den Überblick zu verlieren. Die Gliederung sollte die Einleitung, den Hauptteil und das Fazit beinhalten. Wichtig ist es, so viele Quellen wie möglich als Beweise für deine Argumentation anzuführen. Hier ist ein Beispiel für eine Gliederung eines Aufsatzes mit folgender Aussage: „New York ist aufgrund seiner Sehenswürdigkeiten, dem Wetter und dem Arbeitsmarkt bestens für junge Berufstätige geeignet.“:
    • Einleitung: 1. Aufhänger, 2. Drei wichtige Aussagen 3. These
    • Hauptteil Absatz 1: Sehenswürdigkeiten: 1. Restaurants, 2. Clubs und Bars, 3. Museen
    • Hauptteil Absatz 2: Wetter: 1. Schöner Winter, 2. Angenehmer Frühling, 3. Erfrischender Regen
    • Hauptteil Absatz 3: Arbeitsmarkt: 1. Möglichkeiten in den Bereichen Finanzen und Wirtschaft, 2. Möglichkeiten im Bereich Kunst und Kultur, 3. Networking-Möglichkeiten
    • Fazit: 1. Komme wieder auf den Aufhänger zurück, 2. Nenne nochmals die wichtigsten Punkte, 3. Nenne die These

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Schreibe die Einleitung

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    Wecke das Interesse deiner Leser mit einem Aufhänger. Die Einleitung besteht aus drei Teilen: dem Aufhänger, die wichtigsten Aussagen und deine These. Mit dem Aufhänger gewinnst du die Aufmerksamkeit der Leser und überzeugst sie, den Rest deines Essays zu lesen. Der Aufhänger sollte sich auf dein Hauptargument beziehen und interessant für deine Leser sein, so dass sie weiterlesen. Hier sind einige Beispiele für solche Aufhänger:
    • Die rhetorische Frage. Eine Frage hilft dabei, den Leser in die Debatte einzubeziehen und zum Nachdenken anzuregen. Beispielsweise könnte ein Aufsatz, der sich für die gleichgeschlechtliche Ehe ausspricht, mit der Frage beginnen: „Sollte nicht jedem erlaubt sein, die Person zu heiraten, die man liebt?“
    • Eine schockierende Aussage oder Statistik. Mit einer schockierenden Aussage oder Statistik, die relevant für deinen Themenbereich sind, kannst du ebenfalls die Aufmerksamkeit der Leser gewinnen. Wenn du beispielsweise einen Aufsatz über Depressionen unter Universitätsstudenten schreibst, kannst du mit einer (erforschten und nachweisbaren) Aussage beginnen, wie „Über 10% der aktuellen Universitätsstudenten leiden unter Depressionen.“
    • Eine Anekdote. Beginne deinen Essay mit einer kurzen Anekdote, die für das Thema relevant ist. Richtig formuliert kann dies ebenfalls das Interesse deiner Leser wecken. Wenn du zum Beispiel über die Schwierigkeiten alleinerziehender Mütter schreibst, könntest du mit folgendem Satz beginnen: „Jane kämpfte darum über die Runden zu kommen, während sie sich um ihren Sohn Jason kümmerte.“
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    Nenne deine wichtigsten Aussagen. Sobald du mit einer starken Behauptung die Aufmerksamkeit deiner Leser gewonnen hast, solltest du jeden deiner Hauptpunkte in 1-2 Sätzen erklären. So wissen deine Leser, was sie erwartet. Beispiel: Wenn du einen Essay mit der folgenden These schreibst: „Die drei Hauptmotive in „The Great Gatsby“ sind Einsamkeit, die Korruption des Reichtums und der Verlust der großen Liebe.“ solltest du in einem Satz die Einsamkeit erläutern, im nächsten die Korruption des Reichtums und in einem weiteren den Verlust der großen Liebe.

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    Formuliere deine These. Sobald du die Leser interessiert und die wichtigsten Punkte vorgestellt hast, solltest du deine These formulieren. Meistens gibt man diese im letzten Satz der Einleitung an. Es ist aber auch möglich, die These schon zu Beginn der Einleitung zu nennen. Die Einleitung und die These spiegeln die Ausrichtung deines Essays wider, so dass der Leser ungefähr eine Ahnung davon hat, was ihn im folgenden Text erwartet. Zur Erinnerung: eine gute Einleitung für einen Uni-Essay sollte folgendes beinhalten:
    • Einen Aufhänger, um die Aufmerksamkeit der Leser zu gewinnen
    • Eine kurze Darstellung der wichtigsten Punkte, die im Hauptteil des Essays genauer erläutert werden
    • Die Formulierung der These

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Die nächsten Schritte

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    Schreibe 3-5 Absätze für den Hauptteil. Sobald du deine These gefunden und die Einleitung geschrieben hast, hast du den schwierigsten Teil des Essays hinter dir. Jetzt musst du dich den weiteren Texteilen widmen, in denen du deine Hautpunkte erläuterst, welche deine These unterstützen. Diese Erläuterungen dienen dazu, die Leser von deinem Standpunkt zu überzeugen. Je nachdem, wie umfangreich der Essay ist, solltest du 3 bis 5 Absätze schreiben. Jeder Absatz sollte die folgenden Informationen beinhalten:
    • Ein Einleitungssatz, der den Inhalt des jeweiligen Paragraphen zusammenfasst.
    • Unterstützende Informationen, Beweise, Fakten oder Statistiken, die das Hauptargument stützen
    • Ein abschließender Satz, der die Gedanken des Absatzes zusammenfasst und zum nächsten Absatz überleitet
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    Schreibe das Fazit. Sobald du mit deiner Einleitung und den drei Absätzen fertig bist, solltest du ein Fazit schreiben. Hier fasst du deine wichtigsten Gedanken zusammen, die du in dem Aufsatz vorgestellt und erläutert hast. Das Fazit übernimmt die folgenden Funktionen:
    • Deine These nochmals nennen.
    • Die Leser an die Hauptgedanken erinnern.
    • Auf die Statistik, die Anekdote oder die Fakten vom Anfang hinweisen. (optional)
    • Den Leser zur Reflexion und zum Nachdenken inspirieren
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    Denke daran, alles in der 3. Person zu formulieren. Sofern nichts anderes vorgegeben wurde, solltest du alles in der 3. Person schreiben, um professionell und objektiv zu wirken. Wenn du Formulierungen wie: „Ich glaube...“ oder „Ich denke, dass....“ verwendest, wirken deine Argumente schwach oder sogar substanzlos. Statt zu schreiben: „Ich denke, Abtreibung sollte in Deutschland weiterhin legal bleiben.“ solltest du formulieren „Abtreibung sollte in Deutschland weiterhin legal bleiben“. Das klingt viel kraftvoller und objektiver.
    • Du solltest die Verwendung der 1. und 2. Person vermeiden. Sage nicht „Sie“, sondern „man“ bzw. „er oder sie“. Statt zu sagen „Ihr solltet 3-5 Stunden pro Woche lernen, wenn Ihr Eure Uni erfolgreich abschließen möchtet.“ solltest du lieber schreiben: „Universitätsstudenten sollten 3-5 Stunden pro Woche lernen, um ihr Studium erfolgreich abzuschließen.“.
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    Überarbeite deinen Text. Sobald du eine Rohfassung geschrieben hast, solltest du zum Anfang zurückgehen und den Text auf eventuelle Lücken und logische Fehler, sowie schwache Argumente überprüfen. Es kann auch passieren, dass du einige Wiederholungen und irrelevante Informationen im Text entdeckst oder deine These noch einmal überarbeiten möchtest. Das ist ganz normal.
    • Wenn du das Gefühl hast, dass der Essay fertig und schlüssig ist, kannst du ihn auf Rechtschreibung und Grammatik Korrektur lesen.

Tipps

  • Wenn du einen wirklich guten Essay schreiben möchtest, solltest du sehr sorgfältig daran arbeiten. Um die beste Note zu erzielen, musst du deine Arbeitsschritte planen und mehrere Rohfassungen anfertigen. Schreibe deine Gedanken in logischer Reihenfolge auf. Denke daran, dass das Hauptziel deines Essays darin besteht, die Aufmerksamkeit der Leser zu gewinnen. Das letzte Wort sollte daher deiner Leserschaft überlassen bleiben.

Schneider, 1940 in Lübeck geboren, ist Romanautor und Essayist. Er gehörte in den sechziger Jahren zu den Aktivisten der Studentenbewegung. Seine literarische Karriere begann 1973 mit der Erzählung "Lenz", in der er das Lebensgefühl nach der Revolte beschrieb. Zuletzt erschien von ihm das Buch "Rebellion und Wahn".

Wer im Ausland an einem Gespräch über Deutschland teilnimmt, bekommt oft ein Lob zu hören: Kein anderes Volk habe sich so ehrlich und so rücksichtslos seiner Vergangenheit gestellt wie das deutsche.

Der deutsche Gesprächspartner errötet angesichts solcher Komplimente, aber kann den Befund nicht ernsthaft in Abrede stellen. Wenn man andere Kandidaten für die Entwicklung eines fälligen kollektiven Scham-und Schuldgefühls zum Vergleich heranzieht, schneiden die Deutschen ziemlich gut ab: Österreich etwa gab sich jahrzehntelang als Opfer des bejubelten Einmarsches der Nazis aus. Die Franzosen brachten das Kunststück fertig, sich als Nation des Widerstands zu präsentieren, an dem - so schätzen amerikanische Historiker - gerade mal zwei Prozent der Bevölkerung teilnahmen. In Italien verteidigt Silvio Berlusconi immer noch das Erbe Benito Mussolinis. Und wie viele Schergen des millionenfachen Gulag-Mordes wurden eigentlich in Russland vor Gericht gestellt?

Allerdings hatten die Deutschen angesichts der Einzigartigkeit der Nazi-Verbrechen und einer bedingungslosen Kapitulation auch keine Chance, ihre Schuld auf Dauer zu verleugnen oder sich gar als Opfer darzustellen. Tatsache ist, dass die Mehrheit der Deutschen, wenn auch mit 20- bis 30-jähriger Verspätung, diese Schuld anerkannt und "verinnerlicht" hat.

Wohl keine andere Formel genießt in der Bundesrepublik so viel Autorität und erzeugt so viel Resonanz wie der Verweis auf die "Lehren der Geschichte". Kaum eine Weichenstellung nach dem Krieg wurde denn auch ohne den ausdrücklichen Rekurs auf die "Lehren der Geschichte" vollzogen - ob es nun um die Wiederbewaffnung, um die Wiedervereinigung oder um Militäreinsätze in Bosnien und im Kosovo ging.

Keine andere Formel ist aber auch so oft missbraucht worden. Denn was genau sind eigentlich die Lehren der Geschichte? Und wer bestimmt, welche Lehren die richtigen und wie diese Lehren anzuwenden sind? Das Beunruhigende an dieser Formel ist doch, dass man ganz verschiedene, ja sogar gegensätzliche Lehren aus ein und derselben Geschichte ableiten kann - und abgeleitet hat. Bekanntlich hat sich auch die RAF auf die Lehren der Geschichte berufen.

Unter den vielen "Nie wieder"-Lehren der Nachkriegszeit stand die Lehre "Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!" weit oben. Die DDR ist ein eindrucksvoller Fall für eine missglückte Anwendung. Ihre Gründerväter glaubten, der Nazi-Faschismus sei das Produkt von Kapitalismus und Imperialismus gewesen - und vertraten damit ähnliche Positionen wie die 68er, deren Refrain lautete: Kapitalismus führt zum Faschismus, Kapitalismus muss weg! In der DDR ließ man sich nicht durch den Einwand beirren, dass andere kapitalistische Staaten wie Großbritannien, Dänemark und die USA keineswegs faschistisch geworden waren, sondern vielmehr alle Kräfte einsetzten, um den Faschismus zu bekämpfen. Millionen Deutsche wurden in dem Glauben erzogen, dass die Errichtung eines sozialistischen Arbeiter-und-Bauern-Staats auf deutschem Boden die einzig mögliche und konsequente, die "wahre" Antwort auf den Faschismus sei. Die Bindekraft dieses Glaubens war groß: Bis kurz vor dem Ende der DDR waren viele ihrer Bürger überzeugt, dass sie trotz aller wirtschaftlichen Defizite und der Verweigerung ihrer Freiheitsrechte - zumindest im Prinzip - im "besseren Deutschland" lebten.

Aber auch im westdeutschen Staat, der auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft setzte, entfalteten eher gefühlte als reflektierte Lehren der Geschichte ihre Wirkung. Ein Beispiel ist der Umgang der Republik mit ihren Zuwanderern. Bekanntlich wurde die Entscheidung, Hunderttausende billige Arbeitskräfte aus dem europäischen Ausland nach Deutschland einzuladen, zunächst aus rein wirtschaftlichen Gründen getroffen. Zur Zeit der Ölkrise kamen deutsche Ökonomen und Politiker 1973 zu dem Schluss, einen Anwerbestopp zu verkünden. Schon vorher entschlossen sich Politik und Wirtschaft, den Gastarbeitern zu gestatten, ihre nächsten Familienangehörigen nach Deutschland zu holen. Viele sehen in dieser Entscheidung heute den Ursprung aller Fehlentwicklungen. Aber der Familiennachzug hätte nicht zur Überlastung der Sozialsysteme und zur Ausbildung von Parallelgesellschaften geführt, wäre er durch klare Integrationsforderungen - obligatorische Sprachlehrgänge, strikte Durchsetzung der Schulpflicht, Einübung in die einzige verteidigungswerte deutsche "Leitkultur" namens Verfassung - begleitet worden.

Die CDU entzog sich dem Problem, indem sie sich gut 40 Jahre lang blind stellte. Noch Ende der neunziger Jahre, als in manchen Grund- und Hauptschulen großer Städte bereits mehr als jedes zweite Kind von Migranteneltern stammte, behaupteten CDU- und CSU-Politiker, Deutschland sei kein Einwanderungsland. Die SPD und die Grünen, die auf eine Anerkennung der Realitäten drängten, waren in ihrer Wahrnehmungsfähigkeit durch die "Lehren der Geschichte" behindert. "Nie wieder Rassismus!" hieß eine weitere Lektion aus der Vergangenheit, an der im Ernst doch niemand zweifeln konnte. Nur - wie sah die Anwendung dieser Lehre aus? Wann immer jemand obligatorische Deutschkurse für Migranten verlangte, hieß es: "Wir können doch unschuldigen Ausländern nicht unsere Sprache aufzwingen!" Von "Zwangsgermanisierung" und von der deutschen "Mördersprache" war die Rede. Es kam zu einer unheiligen Allianz zwischen linken Schuldgefühlen und dem Abscheu der Konservativen vor den unvermeidlichen Kosten der Integration.

Der kuriose Erfolg von Thilo Sarrazins Buch "Deutschland schafft sich ab" ist vor allem der reflexartigen Ablehnung durch fast die gesamte politische Klasse und die Talkshow-Prominenz zu verdanken. Zugegeben: Sarrazin hat es seinen Gegnern durch seine täppischen Spekulationen über ein "jüdisches Gen" und über die Erblichkeit der Intelligenz leichtgemacht, ihn auf die Strafbank des Rassismus und völkischen Gedankenguts zu setzen. Aber die Fixierung der Meinungsführer auf diesen Nebenaspekt seiner Argumentation - den Sarrazin gar nicht benötigt hätte, um seinen Punkt zu machen - hat eine überraschende Solidarisierung mit ihm ausgelöst, auch weil viele das Gefühl haben, dass man ihnen ihre Wahrnehmung einer unbestreitbaren Fehlentwicklung durch das Warnschild "Achtung, Rassismus!" verbieten will. Ist es etwa kein Missstand, wenn ein guter Teil der muslimischen Einwanderer vom Tag ihrer Ankunft an in den sozialen Netzen der Bundesrepublik landen, in denen sie oft über Generationen bleiben? Besteht kein Grund zur Sorge, wenn 72 Prozent der türkischstämmigen Migranten zwischen 20 und 64 Jahren keinen Berufsabschluss haben und nur für Hilfsarbeiterjobs in Frage kommen, die immer weniger benötigt werden? Ist nicht tatsächlich die Zukunft in Gefahr, wenn immer mehr junge Muslime in Deutschland - zu denen sich, was Sarrazin vernachlässigt, auch junge Deutsche ohne Berufsabschluss gesellen - nicht mehr am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen und sich in aggressiven und demokratiefernen Parallelwelten einmauern? Kein Zweifel, unter denen, die Sarrazin zustimmen, finden sich auch erklärte Rassisten. Aber will man all denjenigen, die Sarrazin verteidigen, ernsthaft einen kollektiven Rückfall in Rassismus attestieren? Vielleicht verlangen sie mehr Rücksicht auf die Gegenwart als auf die Vergangenheit. Es gibt keine Lehre der Geschichte, die es den Deutschen verbieten würde, sich die Zuwanderer, die das Land dringend benötigt, auszusuchen und Anforderungen an die zu stellen, die bereits in zweiter und dritter Generation in Deutschland leben - vorausgesetzt, das Gastland stellt die Mittel zur Integration bereit und lässt den Willen zu einem gleichberechtigten Miteinander erkennen.

Das schwierigste Kapitel unter den Lehren der Geschichte betrifft den Umgang mit den deutschen Verbrechen an den Juden und das Verhältnis zu Israel. Auf keinem anderen Gebiet war die Forderung an die Deutschen, sich den Lehren der Vergangenheit zu stellen, dringlicher und zwingender. Angesichts der Einzigartigkeit der deutschen Schuld schienen diese Lehren eindeutig zu sein und auf der Hand zu liegen. Bekanntlich bedurfte es jedoch zahlloser Mahnungen und Proteste Israels und der internationalen Öffentlichkeit, um Deutschland an die Bringschuld zu erinnern, die aus dem Eingeständnis seiner Schuld folgte. Nach jahrzehntelangem Streit um die Höhe der "Wiedergutmachung" und die Rückgabe beziehungsweise Entschädigung jüdischen Eigentums scheint ein Zustand der Einigkeit erreicht. Auch die Verpflichtung der Bundesrepublik, das Existenzrecht Israels zu verteidigen, hat zu einem neuen Vertrauen zwischen Deutschland und Israel geführt. Aber wiederum: Was folgt aus diesen Lehren für die Gegenwart und die Zukunft?

Folgt daraus, dass die Deutschen auch die Siedlungspolitik der gegenwärtigen Regierung Israels - und fast aller vorangegangenen Regierungen - verteidigen müssen? Hat ein Freund Israels, der davon überzeugt ist, dass diese Siedlungspolitik die Existenz Israels gefährdet, das Recht, in Deutschland für seine Meinung zu streiten? Darf er Zweifel am Demokratieverständnis eines Staates anmelden, der seinen arabischen Bürgern nicht dieselben Rechte gewährt wie seinen jüdischen Bürgern? Selbstverständlich darf er das, antworten die meisten jüdischen Verbände. Aber in der Praxis sieht sich ein solcher Bedenkenträger, zuerst übrigens von besonders eifrigen nichtjüdischen Vergangenheitsbewältigern, eben doch in die Ecke des Antisemitismus gestellt. Der große kürzlich verstorbene jüdische Historiker Tony Judt, der sich mit solchen und anderen Bedenken das Etikett "self-hating jew" erworben hatte, wurde in New York von Veranstaltungen ausgeladen oder sagte sie ab.

Im vergangenen Jahr hörte der damalige Außenminister Frank-Walter Steinmeier von seinem Gastgeber Benjamin Netanjahu, "Judäa und Samaria" dürften nicht "judenrein" werden. Hat irgendjemand hierzulande diesen Satz als das bezeichnet, was er ist: eine moralische Erpressung? Darf ein deutscher Beobachter am Friedenswillen einer israelischen Regierung zweifeln, die Friedensgespräche unterbricht, um das Territorium Israels zu erweitern?

Während in Israel und unter jüdischen und nichtjüdischen Intellektuellen in den USA eine Debatte über diese Fragen geführt wird, ist bei uns eher eine Vermeidungshaltung zu beobachten.

Ich rede hier keineswegs irgendeiner "Schluss-Debatte" das Wort. Die Erforschung der Nazi-Verbrechen und die Anerkennung der aus ihnen resultierenden Schuld bleibt eine der wichtigsten Leistungen der deutschen Nachkriegspolitik, und ich denke, meine Generation hat einiges zu dieser Leistung beigetragen. Aber wenn Schuldgefühle zu quasi automatischen Vermeidungshaltungen führen und ihr Einfluss auf politische Entscheidungen nicht benannt wird, bringen sie unweigerlich Tabus und politische Verrenkungen hervor.

Offensichtlich ist es eine Sache, ein kollektives historisches Versagen anzuerkennen, eine andere Sache ist es, daraus die richtigen Lehren zu ziehen. Keineswegs ist ausgemacht, dass aus dem Eingeständnis einer Schuld wie von selbst eine kluge, in die Zukunft weisende Politik entsteht. Die Fixierung auf die Vermeidung begangener Sünden kann durchaus zu einer Blockierung des Denkens und zu neuen Sünden führen. ◆

Von Peter Schneider

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